Klassik leicht gemacht – „Die Nacht der 5 Tenöre“
Perfekte Symbiose grandioser Stimmen und eines großartigen Orchesters
Uelzen. Fünf grandiose Star-Tenöre der renommiertesten italienischen Opernhäuser und ein fantastisches Orchester entführten am Sonntagabend die Besucher des Theaters an der Ilmenau in die große Welt der Oper. „In mir klingt ein Lied“ war das Motto der Konzerttournee, deren letzte Station Uelzen war.
Vincenzo Sanso, Orfeo Zanetti, Stoyan Daskalov, Christiano Olivieri und Luigi Frattola präsentierten einen bunten Strauß wunderbarer Melodien der unterschiedlichsten Genres, wobei die italienische Oper und neapolitanische Canzonen einen hohen Anteil der Gala beanspruchten. Begleitet wurden die fünf Tenöre von den Plovdiver Symphonikern unter der Leitung von Maestro Nayden Todorov. Hingebungsvoll und mit sichtlicher Freude am Tun leitete er sein Orchester an, ließ mit der gewaltigen Ouvertüre „Unter Blitz und Donner“ von Johann Strauß „Die Nacht der fünf Tenöre“ eröffnen.
Stoya Daskalov schenkte in „Nun mi sceta“ seine Stimme als Solist dem Belcanto, dem schönen Gesang, Luigi Fratolla überzeugte als „La Spagnole“, der Grande Senior Vincenzo Sanso gab sein „Granada“ als feuriger Torero stimmgewaltig und mit einem Hang zum Entertainment zum Besten und Moderatorin und Sopranistin Andrea Hörkens sang sich mit wundervollen Arien wie „Mein Herr Marquis“ und „Meine Lippen, die küssen so heiß“ in die Herzen der Zuschauer. Gemeisam mit Orfeo Zanetti erntete sie darüberhinaus frenetischen Applaus vom Publikum für das Trinkerlied aus La Traviata „Vivo per lei“.
Trotz einiger musikalischen Abstecher nach Spanien oder Österreich war der Dreh- und Angelpunkt der fünf Tenöre aber Italien mit seinen Opern und Canzonen. Vortrefflich gelang es den Künstlern, die sentimentale Schwermut und liebenswerte Leichtigkeit des Landes heraufzubeschwören.
Bei Christiano Olivieris großartiger Interpretation von „Besame mucho“ oder dem ergreifenden „Caruso“ konnte sich wohl kaum jemand dem aufkommendem Fernweh entziehen. Jedoch sorgte die humorige Darbringung des Ensembles bei Stücken wie „O Sole Mio“, dafür, dass neben aller Ergriffenheit auch Tränen gelacht wurden.
Lang anhaltender, brausender Applaus verabschiedete die fünf Tenöre, die sich mit ausgiebigen Zugaben bedankten. Da aber leider auch die schönste Gala irgendwann zu Ende gehen muss, wurde dieser unvergessliche Abend schließlich mit der Hymne „Time to say goodbye“ und dem Wehen der Deutschlandfahne vom Ensemble beschlossen – auf ein baldiges Wiedersehen.
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